Die Pflicht zur Absturzsicherung bei Arbeiten in der Höhe ist unbestritten. Doch was passiert, wenn die Sicherung greift und ein Mitarbeiter in seinen Gurt stürzt? Viele Betriebe gehen davon aus, dass der Sturz selbst das größte Risiko darstellt. Die Realität ist jedoch tückisch: Nach einem Sturz beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit – das sogenannte Hängetrauma.

Was ist das Hängetrauma?

Bleibt eine Person regungslos in einem Auffanggurt hängen, verhindern die Beingurte den Rückfluss des Blutes aus den Beinen in den Kreislauf. Das Blut „versackt“ in den unteren Extremitäten. Die Folge: Der Körper erhält zu wenig Sauerstoff, der Blutdruck sinkt, und es droht innerhalb weniger Minuten ein Kreislaufschock, der tödlich enden kann.

Ein Beispiel aus der Praxis

Stellen Sie sich einen Mitarbeiter vor, der an einer hohen Kranbahn oder in einem komplexen Stahlskelett arbeitet. Er stürzt, bleibt aber durch seine PSAgA (Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz) sicher im Gurt hängen. Er ist zwar unverletzt, aber durch den Schock oder eine leichte Prellung handlungsunfähig.

Jetzt wird es kritisch: Wenn der Rettungsdienst (Feuerwehr/Höhenrettung) von extern alarmiert werden muss, vergehen oft wertvolle 20 bis 40 Minuten bis zum Eintreffen. Diese Zeit reicht aus, um lebensbedrohliche gesundheitliche Schäden durch das Hängetrauma zu verursachen. Ein Rettungskonzept, das sich ausschließlich auf externe Hilfe verlässt, ist in der Industrie oft unzureichend.

Was Ihr Betriebskonzept enthalten muss

Eine professionelle Absturzsicherung endet nicht beim Gurt. Sie benötigt ein integriertes Rettungskonzept:

  • Schulung: Mitarbeiter müssen wissen, wie sie sich durch Rettungsschlaufen (Traumaschlaufen) entlasten können, bis Hilfe eintrifft.
  • Interne Rettung: Bei kritischen Höhen sollte im Betrieb die Ausrüstung und das Wissen vorhanden sein, um einen Gestürzten zeitnah (idealerweise unter 10-15 Minuten) eigenständig zu retten.
  • Regelmäßige Übungen: Rettungsszenarien müssen regelmäßig trainiert werden, damit im Ernstfall die Handgriffe sitzen.

Fazit: Sicherheit ist ein Gesamtkonzept

Wir bei MAB Industrieservice betonen bei unseren Schulungen und Prüfungen immer wieder: Ein Gurt ist nur die halbe Miete. Die rechtzeitige Rettung ist der zweite, entscheidende Teil Ihres Sicherheitsmanagements. Wir unterstützen Sie dabei, Ihre Gefährdungsbeurteilung um ein realistisches Rettungskonzept zu erweitern.

Haben Sie ein Rettungskonzept für Ihre Absturzsicherungen? Wir prüfen mit Ihnen, ob Ihre Maßnahmen im Ernstfall ausreichen würden.

Kontaktieren Sie uns – Wir machen Ihre Höhenarbeiten sicher.

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